Grundsätzlich können wir den Gitarrenverstärker dreiteilen. Vorstufe (Preamp), Endstufe (Poweramp) und Lautsprecher (Cabinet).
Für die Soundformung sind der Preamp und das Cabinet maßgeblich verantwortlich. D.h. der Poweramp hat einen mehr oder weniger linearen Frequenzgang und trägt nur bei Röhrenverstärkern beim Übersteuern zum Sound bei. Dies werde ich aber später noch erläutern.
Seinen welligen Frequenzgang erhält der Gitarrenverstärker u.a. durch die Klangregelung des Preamps. Bei Fender und der leicht modifizierten Marshall Klangregelung ist diese passiv. D.h. die Klangregelung des Gitarrenverstärkers kann nur absenken! Stehen alle Potis auf 12 Uhr Position so werden die Mitten abgesenkt bzw. die Bässe und Höhen hervorgehoben. Durch diese sehr geschickt ausgewählte Form der Klangregelung erhält das eigentlich recht leblose Gitarrensignal seinen grundsätzlichen Sound.
Neben der Klangregelung werden in den einzelnen Stufen (Stages) des Gitarrenverstärker-Preamps auch noch Bässe und Höhen gefiltert.
Bässe um Intermodulationsverzerrungen zu minimieren und Höhen damit die Preamp-Verzerrung nicht zu rasiermesserscharf wird.
Der Poweramp des Gitarrenverstärkers hat einen fast linearen Frequenzgang. Dass trotzdem soviele Gitarristen auf einen Röhren-Poweramp schwören, liegt an dem Kompressionsverhalten der Röhren. D.h. nicht der Frequenzgang, sondern die Dynamik eines Röhren-Poweramps ist der Grund diesen einem Transistor-Poweramp vorzuziehen.
Darüber hinaus gibt es allerdings noch die sogenannten Non-Master-Amps. Diese alten Verstärker besitzen keinen Master-Volume-Regler. D.h. die durch den Verstärker erzeugte Verzerrung ensteht durch Übesteuern der Endstufe. In diesem Fall werden die Röhren im Poweramp also benötigt, um eine runde Röhrenverzerrung zu liefern.
Als Lautsprecher in Gitarrenverstärkern werden im Allgemeinen 10" oder 12" Lautsprecher benutzt. Diese sollten nicht mit Basslautsprechern aus Hifi-Anlagen oder PAs verwechselt werden. Der Frequenzgang eines Gitarrenlautsprechers reicht bis ca 6 Khz und damit etwas höher als der eines reinen Basslautsprechers. Dafür ist der Frequenzgang aber wieder nicht linear, sondern sehr wellig. Am oberen Ende besitzt er eine Resonanzüberhöhung, die maßgeblich zum Klang beiträgt. Aufgrund des nach oben eingeschränkten Frequenzganges werden übrigens verzerrte Gitarren überhaupt erst genießbar. Wer schon mal seine Gitarre mit Distortion-Pedal an seine Hifi-Anlage oder PA angeschlossen hat und "leise" gelauscht hat, weiß wie unerträglich grell der Sound aufgrund des vorhandenen Tweeters (Hochtöner) ist.
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