Gerade in kleinen Projekt-Studios, in denen die Band ihre eigenen Songs aufnimmt, Mixing und Mastering betreibt, wird dazu tendiert alles auf einmal zu machen. Mal abgesehen davon, dass die Channel-Plugins, wie z.B. Compressor, Limiter oder EQ und die DAW wie Cubase oder Sonar beim Mixing schon einiges an Prozessorlast erzeugen, zu der dann noch die durch das oder die Mastering-Plugins erzeugte Last hinzukommt, sollten wir klar voneinander getrennte Arbeitsschritte auch getrennt durchführen. Hierfür muss ich natürlich zunächst einmal den Unterschied zwischen Mixing und Pre-Mastering - der Einfachheit halber zukünftig nur Mastering genannt - erläutern.
Beim Mixing ordnen wir zunächst den auf einzelnen Spuren aufgenommenen Instrumenten eine dem Song angepasste Lautstärke zu. Hierzu gehört auch ein gefüllvoll eingesetzter Compressor bzw. Limiter.
Anschließend erhält jedes Instrument im Frequenzspektrum einen ihm zugeordneten Bereich. Hierdurch erreichen wir, dass sich die Instrumente nicht gegenseitig überdecken. Dies ist der vielfach zitierte transparente Sound.
Nach diesen Grundeinstellungen, die entscheidend für den späteren Sound sind, können wir mit dem Feintuning anfangen. Also vergleichen wir unseren Mix mit vorhandenen CDs und achten darauf, dass die Instrumente wie auf der Profi-Aufnahme klar herauszuhören sind und ob die von uns gewählten Lautstärken der Spuren halbwegs realitätsnah sind. Also z.B. der Unterschied zwischen Lead-Vocal und Backing-Vocals oder zwischen Becken und Snare-Drum. Auch das Sound-Feintuning der einzelnen Instrumente - nicht des Gesamtmixes - wird jetzt gemacht. Der nasale Gesang oder die dumpfe E-Gitarre nenne ich hier mal.
Wenn sich unser Mixing-Versuch jetzt besser als die Live Band anhört, aber noch nicht so professionell wie die Vergleich-CDs sind wir mit dem Mixing fertig.
Jetzt erhält unserer Mix den finalen Schliff. D.h. der Song steht nun im Vordergrund und nicht mehr die einzelnen Instrumente. Punchige Bässe, seidig glitzernde Höhen und einen "in your Face" Sound werden wir aus unserem finalen Mix dank Mastering erhalten. Hierfür benutzen wir einen EQ, Multiband-Compressor, Exciter, Reverb und einen Loudness-Maximizer.
Nach der etwas länglichen Einleitung folgen in den weiteren Artikeln konkrete Kochrezepte.
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