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Review des Hughes & Kettner Tubeman 2

Den Tubeman 2 von Hughes and Kettner besitze ich seit Anfang 2002. Ich war schon damals darauf aus, möglichst ohne Verstärker spielen zu können. Aus diesem Grunde hatte ich mir Mitte 2000 einen Line6 Pod Pro inkl. passendem Footboard und als Ergänzung zu den bescheidenen Effekten des Pod Pro einen Boss VF-1 zugelegt. Da die Dynamik des Line 6 Pod Pro allerdings sehr zu wünschen übrig lies und immer noch lässt und sich alle meine Gitarren durch die Kiste gleich anhörten, dachte ich mir, dass ich dem Tubeman 2 von Hughes and Kettner mal 'ne Chance zu geben.

Aufbau des Hughes and Kettner Tubeman 2

Hughes and Kettner hat den Tubeman 2 als vollwertigen 3 Kanal Röhren-Preamp ausgelegt, allerdings gibt's die Klangregelung (Equalizer) nur im Masterblock. Daher muss man mit der durch Hughes and Kettner vorgegebenen Soundabstimmung zwischen den drei Kanälen leben. D.h. falls mir der Clean Kanal des Tubeman 2 nicht schillernd genug ist und ich deshalb die Höhen aufdrehe, hat der Crunch und Lead Kanal dann auch mehr Höhen. Allerdings ist meiner Meinung nach Hughes and Kettner die Abstimmung der Kanäle gut gelungen.

Aber zurück zum Aufbau des Tubeman 2. Der Clean Kanal besitzt einzig und allein einen Volumen-Regler. Bei meinen Humbucker bestückten Gitarren fängt es zwischen 10 und 11 Uhr leicht und angenehm an zu zerren. So wie bei einem clean aber laut eingestellten Vollröhren-Verstärker. Dreht man weiter auf, so wird es sehr schnell grell und unangenehmer. D.h. für einen saftigen Crunch Sound ist es dann einfach zu hell bzw. grell.

Der Crunch Kanal des Hughes and Kettner Tubeman 2 besitzt zwei Regler; Volume und Gain. Er klingt deutlich voller als der zerrende Clean Kanal und reicht von der Verzerrung her locker für Hard-Rock Riffs. Im Gegensatz zu den meisten - nicht allen - Overdrive Trampelboxen ist er sehr dynamisch und reagiert gut auf das Volume-Poti der Gitarre. Auch den oft gesuchten Brown-Sound finden wir hier.

Der Lead Kanal des Hughes and Kettner Tubeman 2 hat die meisten Regler, nämlich an der Zahl 3! Einen Volume-, Gain- und Voicing-Regler. Nach links gedreht verstärkt der Voicing-Regler die Mitten und schwächt die Höhen ab. Ich sage nur Santana Solo. Nach rechts gedreht werden die Mitten reduziert und es kommt eine Schüppe Höhen dazu. Der Lead Kanal eignet sich auch hervorragend für Nu-Metal oder Heavy-Riffs. Im Gegensatz zu einem richtigen Vollröhren-Verstärker komprimiert der Lead Kanal des Tubeman 2 allerdings schon recht heftig. D.h. an die Dynamik eines reinrassigen Röhrenverstärkers kommt er nicht heran.

Hinter den drei Kanälen des Hughes and Kettner Tubeman 2 liegt die Master-Sektion mit der dreifach Klangregelung und einem Master-Volume. Alle drei Kanäle lassen sich per Fußtaster umschalten. Damit eignet sich der Hughes and Kettner Tubeman 2 auch für Live-Auftritte und nicht nur für's Studio.

Outputs gibt es deren zwei. Einen To Guitar Power Amp und einen To Mixer. Der To Mixer Output des Tubeman 2 hat eine Red Box Simulation. Das ist eine Hughes and Kettner Box, die einen Gitarrenlautsprecher simuliert. Das heißt, dass ich mit diesem Output ohne Mikrofon vor'm Lautsprecher direkt aufnehmen kann. Falls man auf der Bühne noch einen Gitarrenverstärker benutzt, kann der To Guitar Power Amp Output entweder mit dem Effects Return des Verstärkers oder falls vorhanden mit dem Eingang der Endstufe verbunden werden. Hier ist die Benutzung einer Gitarrenbox allerdings Pflicht, da an diesem Output eben keine Lautsprechersimulation hängt.

Der Sound des Hughes and Kettner Tubeman 2

Ich würde den Sound des Tubeman 2 Röhren-Preamps zwar nicht als umwerfend aber doch als sehr gut und ausgewogen bezeichnen, d.h. um Klassen besser als manch ein Modeler. Immerhin habe ich den Tubeman 2 von 2002 bis 2007 live benutzt und war sehr zufrieden.

Negativ anzumerken ist, dass der Hughes and Kettner Tubeman 2 in Verbindung mit dem To Mixer Output und einer PA sehr bescheiden auf vorgeschaltete Verzerrer reagiert. D.h. jeder Verzerrer, selbst der samfteste Overdrive, hört sich durch den Tubeman 2 und der Red Box Lautsprechersimulation sehr grell an, wenn der Treble Regler der Klangreglung auch nur ein wenig zu hoch eingestellt wurde.

Positiv sind der Clean und Crunch Channel. Beide sind sehr dynamisch und erzeugen den typischen Röhrensound. Der Lead Channel komprimiert bereits deutlich stärker. Wahrscheinlich aufgrund der benutzten Clipping-Dioden. Ja ihr lest richtig. So wie Marshall bei einigen JCM800 Modellen auf Clipping-Dioden gesetzt hat, so benutzt auch der Hughes and Kettner Tubeman 2 Clipping-Dioden für den Lead Channel.

Rauschen

Der Tubeman 2 enthält eine Röhre und Röhren rauschen. Da mir das Rauschen im Lead-Kanal dann doch etwas zu laut war, habe ich einen Boss NS-2 Noise Suppressor direkt hinter den Tubeman gehängt.

Pfeifen

Beim Versuch den Hughes and Kettner Tubeman 2 in die Loop des Boss NS-2 zu hängen, habe ich mir ein ohrenbetäubendes Pfeifen eingefangen. Keine Ahnung warum! Daher habe ich  dann das NS-2 ohne Loop hinter den Tubeman 2 geschaltet.

Fazit

Der Hughes and Kettner Tubeman 2 Röhren-Preamp eignet sich hervorragend als Ergänzung zu einem vorhandenen Verstärker, sofern dieser über einen parallelen Effektweg verfügt. Hierfür die Gitarre an einen A/B-Schalter anschließen. Einen Ausgang zum Eingang des Verstärkers, den anderen zum Eingang des Tubeman 2. Den Ausgang des Tubeman 2 an den Return des parallelen Effektweges und die Lautstärken einstellen. Neben den Kanälen des Verstärkers besitzt ihr dann sofort die drei zusätzlichen Kanäle des Tubeman 2!


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