Ich möchte zunächst den groben Unterschied, dann die Arbeitsweise und danach den Einsatzbereich der beiden Effektgeräte erklären.
Er schützt damit z.B. die Lautsprecher oder aber auch eine Aufnahme vor Übersteuerung.
D.h. die Lautstärkeunterschiede und damit die Dynamik werden minimiert. Dadurch klingen die Töne länger aus.
Limiter und Kompressor lassen leise Signale unverändert! Was natürlich die direkte Schlussfolgerung zulässt, dass sowohl Kompressor als auch Limiter einen Regler benötigen, mit dem wir die Eingangs-Lautstärke einstellen können, ab der die beiden aktiv werden. Diese Regler heißt meistens Threshold. Bei den Boss Kompressoren wird er mit Sustain bezeichnet, was uns direkt seine musikalische Wirkung erklärt. Durch unterschiedliche Einstellung von Threshold bzw. Sustain bei einem Kompressor klingen die Töne eines Instrumentes also unterschiedlich lange aus!
Oberhalb des Threshold Pegels begrenzen sowohl Limiter als auch Kompressor die Dynamik.
Wie stark sie dies ein Kompressor tut, können wir - sofern vorhanden - mit dem Ratio Regel einstellen. Ratio gibt das Verhältnis von Eingangslautstärke-Änderung zu Ausgangslautstärke-Änderung in dB an. Ein Ratio von z.B. 2:1 bedeutet, dass eine Änderung der Eingangslautstärke um 10 dB am Ausgang nur eine Änderung von 5 dB bewirkt.
Ein Limiter hingegen soll Übersteuerungen verhinden, deshalb besitzt er meist einen festen sehr hoch eingestellten Ratio. D.h. das Ratio eines Limiters ist meist nicht einstellbar.
Dann besitzen Limiter und Kompressoren noch ggf. die Regler Attack und Release.
Mit Attack stellen wir in Millisekunden die Zeit an, die der Limiter oder Kompressor benötigt, um die Signaländerung herunterzuregeln.
Und Release - ebenfalls in Millisekunden - gibt die Zeit an, nach der der Kompressor bzw. Limiter das Signal wieder freigibt, wenn es unter den Threshold-Pegel gefallen ist.
Da die Dynamikbegrenzung mit Lautstärkeunterschieden zum Originalsignal einher gehen, besitzt zumindest der Kompressor noch einen Level Regler, um die finale Endlautstärke einstellen zu können.
Ein Kompressor wird sehr gerne benutzt, um Lautstärkeunterschiede glattzubügeln. Z.b. beim Sänger, weil er ständig den Abstand zum Mikrofon ändert oder beim Gitaristen, dessen Fingerpicking je nach benutztem Finger unterschiedlich laut ist. Bei Bassisten gehört ein Kompressor mittlerweile zum Standard, um einen knackigen Sound zu erhalten.
Ein weiteres Einsatzgebiet des Kompressors ist die Leadgitarre, sofern sie klar oder nur leicht angezerrt gespielt wird, der Gitarrist aber lang ausklingende Töne hervorzaubern möchte.
Ein Limiter sollte vor jede Endstufe eingeschleift werden, um die Lautsprecher zu schützen. Prof. aktive PA-Boxen besitzen neben den eingebauten Endstufen auch einen Limiter und sind daher (fast) unkaputtbar.
Auch vor die Eingänge eine Audiokarte gehört ein Limiter, denn der AD-Wandler quittiert Übersteuerungen leider nicht röhrenweich. Eine Übersteuerung der Aufnahme bedeutet in der Regel den Totalverlust des Tracks. Ein Limiter verhindert hier Schlimmeres.
Reply #1 on : Fri August 21, 2009, 11:46:40
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